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9. September 2010

Über Essen: Liebe und Hass, Teil 1




Der Film: "Delicatessen" von Jean Pierre Jeunet, einer meiner absoluten Favoriten.

Ich bin ja mitunter heikel, was Essen angeht. Innereien, zum Beispiel, können mich nur eingeschränkt begeistern. Da ich andererseits ein grundsätzlich neugieriger Mensch bin, probiere ich aber neue oder ungewöhnliche meistens Nahrungsmittel aus. Dass ich Herz nicht mag, entschied ich, nachdem ich in einem japanischen Grillrestaurant ausgiebig auf einem herumgekaut hatte. Es schmeckte so lebendig.

Mein Sportlehrer in der Oberstufe (klein, untersetzt) war mit einer Brasilianerin verheiratet (klein, zierlich). Beide hatten eine Tochter, die (oh, Gene!) so winzig war, dass sie wie die Puppenversion eines Kleinkindes wirkte. Gelegentlich brachte der Sportlehrer seine winzige Tochter mit zum Unterricht und legte damit jede Aktivität im Kurs lahm. Riesige Basketballspieler beugten sich fasziniert über das winzige Mädchen, das seinen Kopf in den Nacken legte, um sie anzuschauen.
Bei einem der Male brachte er eine Tüte aus Brasilien stammende, geröstete und mit Schokolade überzogene Ameisen mit. Der Reiz war einfach zu groß, ich mußte sie probieren. Es hatte den Lehrer schon einige Überzeugungskraft gekostet, bis wir ihm glaubten, dass wir echte Ameisen vor uns hatten und keinen seltsamen Faschings-Scherz. Fast war ich enttäuscht: Die Ameisen schmeckten nach nicht viel, außer nach Schokolade. Ziemlich knusprig. Aber ansonsten unspektakulär.

Ganz anders sind meine Kindheitserinnerungen an meine Großeltern. Meine Oma kochte eigentlich nicht gern, und daher auch nicht besonders gut. Sie lag lieber auf dem Sofa, las kitschige Romane und aß Unmengen Mon Chérie, After eight und Ferrero Küsschen. Die Papierchen, in die die Süßigkeiten gewickelt waren, fanden wir noch Jahrzehnte später beim Saubermachen in den Sofaritzen.
Aus Kochunlust wärmte meine Oma also Dosengemüse auf und rührte dicke Saucen mit Fertigpulver an. Das alles konnte man wahrscheinlich unter "gut bürgerlich" verbuchen, es war eben nur sehr phantasielos. Einmal war meine Oma zutiefst beleidigt, als meine Mutter eine Knoblauchzehe in den Topf mit dem Sonntagsbraten schmuggelte und das Urteil meines Opas (auf den Tisch schlagend und mit vollem Mund) daraufhin lautete: "Mensch, Frau! Schmeckt mal gar nicht schlecht!". Seine Frau mit "Frau" anzusprechen entsprach dem Humor meines Opas.
Wenn meine Oma frische Zutaten verwendete, so kamen diese aus dem Schrebergarten meiner Großeltern. Oder vom Schlachter. Der Schlachter war nämlich ein Freund meines Opas. Da mein Opa in einem anderen Zeitalter, bevor ich geboren war, Elektriker gewesen war, half er dem Schlachter-Freund mitunter mit seiner Kühlanlage. Für die inoffiziell abgewickelten Dienste wurde mein Opa in Naturalien entlohnt, was hiess, dass er völlig absurde Mengen von Fleisch jeder erdenklichen Herkunft in rosa Papier eingeschlagen überreicht bekam.

Die Besonderheit für mich bestand darin, dass ich zu diesen Ausflügen in die Schlachterei mitkommen durfte. Der Betrieb befand sich auf einem ehemaligen Bauernhof, am Stadtrand von Lübeck gelegen, und gehörte einer Familie, deren Mitglieder von der Großmutter bis zum Enkel alle irgendwie mit in die Arbeit eingebunden waren. Die Familie war sehr stolz auf ihre Schlachterei und darauf, dass sie noch selber schlachteten und alle Erzeugnisse selbst herstellten. Im Hof befand sich ein ehemaliger Schweinestall, in dem die -nunmehr toten- Schweine zu Würstchen verarbeitet wurden. Ich fürchtete mich ein bisschen vor dem flachen dunklen Bau, in dem noch leerstehende Koben zu sehen waren, von deren Decke nackte blassrosa Schweinehälften hingen.

Offenbar wurde ein Teil des Schweinefleischs eingepökelt, denn ich kann mich an Wannen aus Weißblech erinnern, die die Salzlake und die Fleischstücke enthielten. Die Wannen waren so flach, dass auch ich mit meinen sechs Jahren hinein blicken konnte. Wie gebannt starrte ich herab auf das aufgequollene Fleisch, an dem ich noch leere Augenhöhlen und haarlose Schnauzen ausmachen konnte. Gesteigert wurde mein Grusel nur durch die Schlachterin selbst, die in einer weißen Gummischürze auf mich zu kam, um sich aus ehrfurchtgebietender Größe zu mir herab zu beugen. Ihre von der Lake krebsroten Hände steckten in Gummihandschuhen, und mit der Rechten hielt sie mir ein gepökeltes Schweineohr entgegen: rosa-weißlich lappte es zwischen ihren Fingern und glänzte noch feucht.
Mit dröhnender Stimme pries sie mir diese besondere Delikatesse an, eine Ehre für mich, die ich nur geniessen durfte, da ich so einen hilfsbereiten Großvater hatte. Nie habe ich die Freundschaft meines Opas mit dem Schlachter mehr verwünscht. Ich glaube, ich bin einfach zur Salzsäule erstarrt, passender Weise.

Im nächsten Kapitel: Pferde.


Das ist ein Cliffhänger, was?





Über Essen: Liebe und Hass, Teil 1




Der Film: "Delicatessen" von Jean Pierre Jeunet, einer meiner absoluten Favoriten.

Ich bin ja mitunter heikel, was Essen angeht. Innereien, zum Beispiel, können mich nur eingeschränkt begeistern. Da ich andererseits ein grundsätzlich neugieriger Mensch bin, probiere ich aber neue oder ungewöhnliche meistens Nahrungsmittel aus. Dass ich Herz nicht mag, entschied ich, nachdem ich in einem japanischen Grillrestaurant ausgiebig auf einem herumgekaut hatte. Es schmeckte so lebendig.

Mein Sportlehrer in der Oberstufe (klein, untersetzt) war mit einer Brasilianerin verheiratet (klein, zierlich). Beide hatten eine Tochter, die (oh, Gene!) so winzig war, dass sie wie die Puppenversion eines Kleinkindes wirkte. Gelegentlich brachte der Sportlehrer seine winzige Tochter mit zum Unterricht und legte damit jede Aktivität im Kurs lahm. Riesige Basketballspieler beugten sich fasziniert über das winzige Mädchen, das seinen Kopf in den Nacken legte, um sie anzuschauen.
Bei einem der Male brachte er eine Tüte aus Brasilien stammende, geröstete und mit Schokolade überzogene Ameisen mit. Der Reiz war einfach zu groß, ich mußte sie probieren. Es hatte den Lehrer schon einige Überzeugungskraft gekostet, bis wir ihm glaubten, dass wir echte Ameisen vor uns hatten und keinen seltsamen Faschings-Scherz. Fast war ich enttäuscht: Die Ameisen schmeckten nach nicht viel, außer nach Schokolade. Ziemlich knusprig. Aber ansonsten unspektakulär.

Ganz anders sind meine Kindheitserinnerungen an meine Großeltern. Meine Oma kochte eigentlich nicht gern, und daher auch nicht besonders gut. Sie lag lieber auf dem Sofa, las kitschige Romane und aß Unmengen Mon Chérie, After eight und Ferrero Küsschen. Die Papierchen, in die die Süßigkeiten gewickelt waren, fanden wir noch Jahrzehnte später beim Saubermachen in den Sofaritzen.
Aus Kochunlust wärmte meine Oma also Dosengemüse auf und rührte dicke Saucen mit Fertigpulver an. Das alles konnte man wahrscheinlich unter "gut bürgerlich" verbuchen, es war eben nur sehr phantasielos. Einmal war meine Oma zutiefst beleidigt, als meine Mutter eine Knoblauchzehe in den Topf mit dem Sonntagsbraten schmuggelte und das Urteil meines Opas (auf den Tisch schlagend und mit vollem Mund) daraufhin lautete: "Mensch, Frau! Schmeckt mal gar nicht schlecht!". Seine Frau mit "Frau" anzusprechen entsprach dem Humor meines Opas.
Wenn meine Oma frische Zutaten verwendete, so kamen diese aus dem Schrebergarten meiner Großeltern. Oder vom Schlachter. Der Schlachter war nämlich ein Freund meines Opas. Da mein Opa in einem anderen Zeitalter, bevor ich geboren war, Elektriker gewesen war, half er dem Schlachter-Freund mitunter mit seiner Kühlanlage. Für die inoffiziell abgewickelten Dienste wurde mein Opa in Naturalien entlohnt, was hiess, dass er völlig absurde Mengen von Fleisch jeder erdenklichen Herkunft in rosa Papier eingeschlagen überreicht bekam.

Die Besonderheit für mich bestand darin, dass ich zu diesen Ausflügen in die Schlachterei mitkommen durfte. Der Betrieb befand sich auf einem ehemaligen Bauernhof, am Stadtrand von Lübeck gelegen, und gehörte einer Familie, deren Mitglieder von der Großmutter bis zum Enkel alle irgendwie mit in die Arbeit eingebunden waren. Die Familie war sehr stolz auf ihre Schlachterei und darauf, dass sie noch selber schlachteten und alle Erzeugnisse selbst herstellten. Im Hof befand sich ein ehemaliger Schweinestall, in dem die -nunmehr toten- Schweine zu Würstchen verarbeitet wurden. Ich fürchtete mich ein bisschen vor dem flachen dunklen Bau, in dem noch leerstehende Koben zu sehen waren, von deren Decke nackte blassrosa Schweinehälften hingen.

Offenbar wurde ein Teil des Schweinefleischs eingepökelt, denn ich kann mich an Wannen aus Weißblech erinnern, die die Salzlake und die Fleischstücke enthielten. Die Wannen waren so flach, dass auch ich mit meinen sechs Jahren hinein blicken konnte. Wie gebannt starrte ich herab auf das aufgequollene Fleisch, an dem ich noch leere Augenhöhlen und haarlose Schnauzen ausmachen konnte. Gesteigert wurde mein Grusel nur durch die Schlachterin selbst, die in einer weißen Gummischürze auf mich zu kam, um sich aus ehrfurchtgebietender Größe zu mir herab zu beugen. Ihre von der Lake krebsroten Hände steckten in Gummihandschuhen, und mit der Rechten hielt sie mir ein gepökeltes Schweineohr entgegen: rosa-weißlich lappte es zwischen ihren Fingern und glänzte noch feucht.
Mit dröhnender Stimme pries sie mir diese besondere Delikatesse an, eine Ehre für mich, die ich nur geniessen durfte, da ich so einen hilfsbereiten Großvater hatte. Nie habe ich die Freundschaft meines Opas mit dem Schlachter mehr verwünscht. Ich glaube, ich bin einfach zur Salzsäule erstarrt, passender Weise.

Im nächsten Kapitel: Pferde.


Das ist ein Cliffhanger, was?

3. August 2009

Komisch, so warm hier

weitere Fotos von FrauFeli

 

Nur um mal was gesagt zu haben: Schön hier. Viel zu tun. Es ist laut, meistens. Von irgendwoher.

Die Vampire wohnen immer noch bei mir und werden auch das kommende halbe Jahr noch bleiben.

Unbedingt probieren: Zitroneneis mit frischer Minze. Der Kuchen bei der Brezel Company, Lenaustr. 10.

Schönen Sommer noch.

10. Januar 2009

Das alte Jahr ist tot, es lebe das neue Jahr!



Oben die Dokumentation einer vorweihnachtlichen Kuchenschlacht. So gut. Wir sind so lange geblieben, dass wir vom Besitzer des Cafés schließlich Sekt ausgegeben bekamen.

Zugenommen oder abgenommen?

Ha. Schon mal einfach zu beantworten: zugenommen. Aber meine Güte. Es könnte schlimmer sein, wird auch wieder abgenommen. Hoffe ich doch mal.

Dazu eine Geschichte (zum neuen Jahr muß es ja auch was extra geben, nich. ) Ich überquerte neulichst (beliebte norddeutsche Wortkonstruktion) mal wieder den Hermannplatz, als ich einer Unterhaltung hinter mir lauschte:

Er zu ihr: Ja, weißt du, ich finds so krass, die hat total zugenommen.
Sie zu ihm: Echt? Boah.
Er zu ihr: Die ist richtig dick geworden, die wiegt bestimmt fünf Kilo mehr oder so! Also unmöglich, die hat sich überhaupt nicht mehr im Griff.
Ich: *schluck*.
Ich hab mich dann lieber nicht umgedreht, weil mein Blick mich *sofort* entlarvt hätte.


Haare länger oder kürzer?

Äh. Uuuhh. Ich glaub, etwas kürzer. Mehr Stufen jedenfalls.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Öh. Ich hoffe, keins von beiden. Ich ignoriere aber Veränderungen immer so lange wie möglich, weil auch nur neue Gläser ja schon eine kostspielige Angelegenheit sind.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. Glaub ich. Wär schön, wenn ich mehr davon merken würde. Aber ich will mich nicht beschweren, andererseits.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Bestimmt auch mehr. Alleine der ganze Renovierungsschnickschnack für das unten genannte Bett hat mich wieder mehr gekostet, als ich gedacht hätte. Aber dafür besitze ich jetzt das wunderbarste Bett der Welt, selbst abgeschliffen und lasiert in weiß und braun und soo schön.

Der hirnrissigste Plan?

Ein in seine Einzelteile zerlegtes Bett in der U-Bahn transportieren zu wollen. (Was ich klugerweise nach der ersten Fuhre aufgegeben habe.)

Die gefährlichste Unternehmung?

Wahrscheinlich der obige Transport. Oder: Einen übervollen Pappbecher mit Milchkaffee in der einen Hand, unter dem Arm eine Tüte mit Mittagsverköstigung, über dem Arm meine Handtasche, in der anderen Hand die Süßigkeiten für die werten Kollegen (ähm, und mich) sowie einen Apfel irgendwo dazwischen von der Caféteria bei der Arbeit mit dem Fahrstuhl bis in den 10. Stock transportieren zu wollen. Hat aber doch geklappt, mit nur ganz wenig kleckern.

Mehr Sport oder weniger?

Weniger. Dafür mehr schlechtes Gewissen. Ich habe mal Kampfsport gemacht. Irgendwann, in einem anderen Leben fern von hier.

Die teuerste Anschaffung?

Das silberne Wunderding: mein Macbook.

Das leckerste Essen?

Das Abendessen bei der Konfirmation meiner Nichte, gekocht und serviert vom besten italienischen Freund des italienischen Vaters selbiger Nichte in dessen Restaurant. Es gab ganz klassische italienische Küche, Anti pasti, einen Pasta-Gang, Saltimbocca und Putenroulade (bzw das italienische Äquivalent) und Tirami su zum Nachtisch. An sich nicht ausgefallen, aber *sagenhaft gut, geradezu in die Knie zwingend überwältigend gut gekocht*, dass ich nur noch dumpfe Laute des Wohlbefindens von mir geben konnte.

Das beeindruckendste Buch?

Poah. Ihr machts einem aber nicht leicht. Ein sehr tolles, erst kürzlich gelesen: Margret Atwood, Katzenauge. Und weil ich mich nie auf nur ein tolles Buch beschränken könnte und ich viele gelesene Bücher grad nicht im Kopf habe: Carson McCullers, Gesammelte Erzählungen. Isabel Allende, Mein erfundenes Land. Und das ist jetzt Zufall, dass das lauter Bücher von Frauen sind. Hier noch ein Mann: Andrea de Carlo, Guru.

Das enttäuschendste Buch?

Da fällt mir wenig ein, aber zum Beispiel: John Updike, Sucht mein Angesicht. Ich fands langweilig, selbstgefällig, unglaubwürdig, voraussehbar. Kurz: doof.

Der ergreifendste Film?

Hmmm. Ich kann mich zur Zeit sehr für skandinavische Filme begeistern, und wenn sie skurril sind, dann sowieso. Oft jedenfalls. Also: Das jüngste Gewitter, Håkan Angser.

Die beste CD?

Seit es sich eingebürgert hat, Musik über das Internet zu erwerben, kaufe ich leider kaum noch CDs. Und im letzten Jahr auch wenig Musik, weil nicht nur mein alter Computer sich verabschiedete, sondern auch meine 24 Jahre alte Anlage. Aber, so zum Beispiel: Paolo Conte, Paris milonga. Element of Crime, Damals hinterm Mond. Franz Ferdinand, gleichnamiges Album.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

..Arbeit, ..Lesen, ..Freunden. Ähm, und vor dem Computer.

Die schönste Zeit verbracht mit… ?

Mit Freunden, ..mit Büchern, ..mit meinem Patenkind.

Vorherrschendes Gefühl 2008?

Langsames, of mühseliges und zähes Voranschreiten.

2008 zum ersten Mal getan?

Meine Stiefschwester beim Gebet überrascht.

2008 nach langer Zeit wieder getan?

Schwimmen gewesen, und danach dann gleich wieder lange nicht mehr. Ausrede: Die Schwimmhalle wird zur Zeit renoviert. So richtig in Urlaub gefahren, nach Barcelona.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

1.Immer noch keinen Abschluss zu haben, 2. meinen Kontostand, 3. auf das Gefühl, am falschen Ort zu sein.

Die wichtigste Sache, von der Du jemanden überzeugen wolltest?

Kauf Dir bitte, bitte nicht dieses Kleid. (Es lag am Kleid, aber ganz klar!)

Das schönste Geschenk, das Du jemandem gemacht hast?

Eine Oktoberfestbarbie. Und für mich war das abseitigste Geschenk das ich mindestens in den letzten *zehn Jahren* gemacht habe.

Das schönste Geschenk, das Dir jemand gemacht hat?

Uneingeschränkte Liebe. „Du bist der allerliebste Mensch, den ich kenne.“ Kein Mann. Mein Patenkind.

Der folgenreichste Satz, den jemand zu Dir gesagt hat?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Der folgenreichste Satz, den Du zu jemandem gesagt hast?

Ich werd versuchen, ob ich diese Monster-Puppe irgendwo bekomme.

2008 war mit 1 Wort…?

Viel.

Vorsätze für 2009?

Da das Jahr sich jetzt schon als ein wahrscheinlich noch volleres abzeichnet: Weniger unter Druck setzen, mehr durchatmen, aber auch mehr anpacken.

1. September 2007

Tadaaa!

Ha! Das isser! Das ist mein Header, wie ich ihn seit Anbeginn dieses Blogs hatte haben wollen! Und immer ist mir das Format des Fotos bzw. die Voreinstellungen von blogspot in die Quere gekommen. Und jetzt habe ich es endlich geschafft, mit Hilfe der beim neuen zweiten Job erworbenen Bildbearbeitungskenntnisse (!) das ursprüngliche Foto auf eine Blog- verträgliche Größe zu beschneiden und hier -hach- tatsächlich unterzubringen. Ich bin ja sooo hingerissen. Damit passen auch Foto und Blogüberschrift sowie die Idee dahinter wirklich zusammen. Denn als begeisterte Kuchen- Konsumentin und -Bäckerin wollte ich natürlich die Assoziation mit einem Café herstellen. Die Idee mag nicht neu sein, aber jedenfalls jetzt und hier ist es meine. Und ich wollte unbedingt dieses Foto verwenden, denn

-ich habe es selbst aufgenommen, und es sollte schon ein selbstgemachtes und kein überlassenes oder geliehenes sein.
-ich habe es in der Caféhaus- Stadt schlechthin, in Wien, gemacht und zwar
-an einem besonders schönen, etwas melancholischen Abend im sommerlichen Zwielicht.
-das Café, das Café Prückel gegenüber dem Museum für angewandte Kunst, ist ein besonders schönes. Das habe ich hier wahrscheinlich auch schon erwähnt, aber ich erwähne es gerne noch mal: es ist komplett und original im Stil der 50er Jahre eingerichtet, es hat unmögliche Kellner (natürlich) und ich liebe es!
-das Café Prückel hat wunderbaren Kuchen und selbstverständlich ebensolchen Kaffee.
-ich hatte zum Zeitpunkt des Fotos das Stadium in der Kommunikation mit dem Kellner erreicht, wo er begann, mich als Person wahrzunehmen. Das lag allerdings hauptsächlich an meiner großartigen Gastgeberin in Wien, die dort Stammgast ist und alle Kellner mit Vornamen kennt und diesen mit Du anspricht.
Also: ein Frau-Feli-Foto, wie es typischer nicht sein könnte.
Jetzt fange ich nur schon wieder an zu grübeln, ob mein Blog auch nicht spießig aussieht. Aber manchmal geht eben nicht alles. Die skurrilen Aussetzer muß ich hier in sprachlicher Form unterbringen.

26. August 2007

Stöckchen II - Ungesunde Dinge, die nicht grundlegend zur Ernährung nötig sind (außer zu meiner..)

1. Süßes oder Saures?
Süüüß! Was sonst..

2. Schokolade oder Gummibärchen?
Schokolade, ganz klar. Gummibärchen mag ich im Kino, weil Schokolade so unkontrollierbar schmiert im Dunkeln.

3. Chips oder Popcorn
Ähhh. Ich sagte, doch, Schokolade. Zur Not Popcorn. Salzig. Aber das kommt einmal in hundert Jahren vor. Und Chips sind bei mir ein untrügliches Anzeichen von Verzweiflung- weil nichts anderes da ist.

4. Eis am Stiel oder Waffeleis?
Waffeleis, aber kein abgepacktes. Nur handgeschöpft, sozusagen. Am Kottbusser Damm, schon fast neben der Kottbusser Brücke, befindet sich ein neuer Coffeeshop, der das Beste Bio- Eis hat, das ich jemals gegessen habe. Unglaublich!! Vor allem Schokolade. Natürlich. Absolut hitverdächtig. Und ich hab da keine Aktien. (Leider!)


5. Meine allerliebste Süßigkeit ist:
Muß ich das noch wiederholen? Ja? Also: pure Schokolade in Tafelform (in erster Linie Vollmilch in verschiedenen Härtgraden ;), mit Salz(!!) ), Pralinen, heiße Schokolade (mit Schlagsahne! Und nicht die aus der Sprühdose, bloss nicht!), Schokoladenkuchen (und viiiele andere Kuchensorten...) Schokoladenkekse (und einige andere Kekssorten).

6. Mein liebstes Dessert ist:
:))))))
Hehehe.
??
Na?
Natüürlich.
Mousse au Chocolat.
Und das meiste, wo Himbeeren, Erdbeeren, Aprikosen, Knubberkirschen oder Pflaumen drin sind.

7. Wenn du jemandem eine Freude mit etwas zum Naschen machen willst, dann nimmst Du…?
Kuchen. In den allermeisten Fällen. Selbstgebacken, weil das persönlicher ist. Und natürlich, was ich selber gerne mag. Nicht, weil ich darauf aus wäre, alles mit aufzuessen (was gelegentlich auch vorkommt :) ), sondern weil man ja irgendwie doch von sich ausgeht. Aber Sonderwünsche werden natürlich berücksichtigt.

8. Ich erinnere mich noch als ich ein kleines Kind war, …:
Bei uns gab es nicht viel Süßigkeiten. Die waren im Küchenschrank in einer bestimmten Dose, alles zusammen. Und da durften wir uns hin und wieder was draus nehmen. (Die war dann natürlich mitunter auch auf geheimnisvolle Weise plötzlich leer. Und es gab auch Streit um Süßigkeiten, die wir alle gerne mochten. Die wurden dann ganz gerecht aufgeteilt, von meiner Mutter.)

Am Wochenende war das gemeinsame familiäre Kaffeetrinken ein Ritual, das ich immer sehr genossen habe. Und da gab es ganz oft eine Bremer Spezialität (also, ich kenne die nur aus Bremen und der unmittelbaren Umgebung): Kapuzinertorte. Eine kleine Biskuittorte aus hellem Teig, die mit einer dünnen Cremeschicht überzogen und flächendeckend mit Stiften aus Baiser bestreut war. Sooo lecker. Und so ein zu-Hause-Gefühl. Wir saßen alle zusammen im Wohnzimmer, jeder in seine Sofaecke gekuschelt, und haben- gelesen! Das war der kleinste gemeinsame Nenner in meiner Familie. Es gab viel Streit und viele Probleme, aber gelesen haben wir alle vier gerne, ich, meine Schwester und meine Eltern. Und das war eigentlich das größtmögliche Gefühl von Harmonie und Geborgenheit, wenn wir zusammen gelesen haben. Es kam auch vor, dass wir uns unterhalten haben über die Bücher, die wir gerade gelesen haben, aber das war selten.

9. Was müsste man dringend erfinden:
Noch mehr Methoden, Schokolade lecker zu verarbeiten.
Schokolade, die keine Flecken macht.
Schokolade, deren Menge auf die Länge von Büchern berechnet ist. So eine Art Formel aus Lese-, Essgeschwindigkeit, Qualität (bzw. Spannungsgrad)
des Buches und der Schokolade. Und nach der berechnet bekommt man dann ein nettes kleines Paket mit mehreren Schokoladentafeln in der üblichen Größe. Und die Anzahl variiert dann, je nach Buch. Und die Schokolade wäre in der Geschmacksrichtung und der Verpackung ebenfalls auf den Inhalt des Buches abgestimmt. Bei Krimis und Harry Potter mehr, bei Marcel Proust weniger (weil zäh..ich spreche aus Erfahrung..), aber dafür sehr speziell und elegant verpackt, und bei Murakami mit grünem Tee drin..bei Henry Miller mit Chili. Hehe. Das hab ich so ähnlich sogar schon mal verschenkt.


10. Was am liebsten gar nicht erst erfunden worden wäre:
After eight. Grauenhaft.

11. Wie wäre für dich eine Welt ohne Naschwerk?
Nicht der Rede wert. Ich wäre gar nicht erst geboren worden. Frau Feli in einer unsüßen Welt, das ist vollkommen unmöglich.

Das Stöckchen kam übrigens von der Dame hier herüber geflogen. Danke!

16. Juli 2007

Kuchen für Schokoholics

Jetzt gibts endlich mal wieder ein Rezept, und auch ein sehr hitverdächtiges. Diesen Schokoladenkuchen habe einerseits meiner überaus liebenswerten und geliebten Cousine zu verdanken, welcher bei ihr als "schnellster Schokoladenkuchen der Welt" firmiert- was ich noch nicht mal nachvollziehen kann, da man geduldig den Topf mit der schmelzenden Schokolade bewachen muß. Und schließlich habe ich andererseits meiner Tante die erweiterte und etwas aufgemöbelte Version dieses Rezepts zu verdanken, die ich dann wiederum verändert habe. Hier also mein endgültiges Schokoladenkuchenrezept, vielfach erprobt und garantiert lecker:

-- schmeckt so ähnlich wie Brownies, aber nicht so trocken und die Konsistenz ist lockerer--

200 gr Lieblings- Zartbitterschokolade, mind. 70% Kakaoanteil
200 gr Butter
200 gr Zucker
200 gr gemahlene Mandeln
(auch lecker: 100g Mandeln mit 100g Kokosflocken mischen)
1/2 Päck. Backpulver
1 Päck. Vanillezucker
1 Prise Salz
4 Eier
etw. Mehl
wer mag:
3 Eßl. Rum (ich Flensburger Schnapsnase..) und
noch etw. zusätzliches Mehl

Schokolade in Stücke brechen und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Zucker, Mandeln, Backpulver, Vanillezucker, Salz und zum Schluß die Eier unterrühren. Evtl.
2- 3 Eßl. Mehl unterrühren, falls der Teig zu flüssig sein sollte. Teig in eine 26- cm- Springform füllen und bei 160°C (vorgeheizt), Umluft 140°C oder Gas Stufe 2 40 Min. backen. Nach dem Abkühlen sollte der Kuchen innen noch etwas klebrig sein. Wer mag, kann den Kuchen mit Puderzucker bestäuben.

3. März 2007

Apfelsinenomamatschkuchen

Und hier kommt dann der Vollständigkeit halber gleich noch ein Kuchenrezept. Dieses soll quasi ein virtuelles in memoriam an meine im Dezember verstorbene über alles geliebte Oma sein, die, als wir (neun) Enkel noch klein und süß waren, immer diesen wunderbaren Kuchen gebacken hat. Und ich mag auch Kuchen mit einem durschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt, ja. (Weil der mit den Kirschen auch schon durch eine gewisse Matschigkeit besticht.)
Also:
350 g Butter
350 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
abgeriebene Schale einer Zitrone
6 Eier
350 g Mehl
3 gestr. TL Backpulver
1 Dose Mandarinen (kann man auch weglassen)
ca. 1 Tasse Orangensaft,
mit sehr viel braunem Zucker (bzw. Rohrohrzucker, aber der ist schrecklich teuer) aufgefüllt

Butter, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale schaumig rühren, die Eier unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und ebenfalls unterrühren.
Nach Wunsch die Mandarinen unterheben. Den Teig auf einem gefetteten Backblech verteilen und ca. 1/2 Stunde bei 200- 220°C backen. Während des Backens den Orangensaft mit dem Zucker in einem kleinen Topf erhitzen, bis sich die Flüssigkeit um etwa 1/3 reduziert hat. Den fertigen Kuchen sofort nach dem Backen mit einer Gabel einstechen und den Saft auf dem Kuchen verteilen.

Ich bin ja inzwischen schon desillusioniert worden, weil mir eine Freundin ein annähernd gleiches Rezept in einem Backbuch eines weithin bekannten Backpulver- Herstellers gezeigt hat. Dazu muß man wissen, dass ich das Rezept noch verändert
habe und das ursprüngliche Rezept von meiner Oma (das bei uns in der Familie jahrzehntelang als besonders lecker und schnell gerühmt wurde) damit zu 100% dem in dem Kochbuch entspricht. Seufz. Aber der Kuchen von meiner Oma war immer was ganz besonderes, trotzdem! Sagt Frau Feli.

Vollkornkirschkuchen - auf besonderen Wunsch vom Hausarzt :)

Hier also das Rezept zum total guten, lecker- sipschigen gar nicht ökomässig schmeckenden Vollkornkirschkuchen:

1 Glas* Vollkornmehl (z. b. Weizenvollkormehl)
1 Glas Grieß
1 Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillezucker
2-3 Eßl geschmolzene Margarine
4 Eier (getrennt, die Eiweiß steif schlagen, beiseite stellen und zum Schluß unterziehen)
1 Becher Schmand
1 Glas eingemachte Kirschen (die klassische Größe aus dem Supermarkt)
nach Wunsch braunen Zucker zum Bestreuen

Trockene Zutaten mischen, dann die Margarine hinzufügen. Die Eier trennen und die Eigelbe sowie den Schmand unterrühren. Die Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterziehen, zum Schluß die Kirschen (mit ca. der Hälfte des Safts) einrühren. Den Teig in eine Springform mit 18- 20 cm Durchmesser füllen, bei einer normalgroßen Form wird der Kuchen flacher, aber auch leichter trocken. Der Teig sollte eine ähnliche Konsistenz wie normaler Kuchenteig haben, evtl. die Form auf ein Blech stellen, falls sie leckt.
Vor dem Backen mit braunem Zucker bestreuen.
Etwa eine Stunde bei Gas Stufe 3 oder 190°C backen.
*Das Glas sollte etwa 250 ml fassen.

Ein Foto gibts leider (noch) nicht. Ich habe bisher nur selten ans Fotografieren meiner Erzeugnisse gedacht, wird aber nachgeholt!

28. Februar 2007

Kannst Du kochen, Frau Feli?

Dies ist ein Stöckchen, dass ich im Blog der Frau Lillian aufgehoben habe. Und da ich mich mit Begeisterung und ausgedehnt immer wieder dem Thema Essen und Kochen widmen kann, war
ich gleich ganz angetan, als ich ihre Antworten las. Hier also meine: 

1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
Ja. Ich liebe kochen, ich liebe essen und Essen, ich liebe gute Zutaten und sie einzukaufen- alles was damit zu tun hat. Bis auf Abwaschen. Oder Herdschrubben. Gerade schlimm bei meinem vielgeliebten und -gerühmten Gasherd. Graus.

2) Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Naja. Der Hausarzt und ich sind ja Besitzer einer Wochenendbeziehung, also, wenn, dann am Wochenende. Oder bei Eltern üblicherweise bei Festtagen, wenn ich dann mal bei denen zu Hause sein sollte.

3) Was isst Du zum Frühstück?
Ich liebe auch Frühstücken. In der Woche: großer Becher Milchkaffee und Brot oder Brötchen, eine Hälfte süss, eine herzhaft. Oder so ähnlich.
Am Wochenende biegt sich der Tisch, da fällt Mittag aus und Frühstück is eh erst spät und das darf auch gerne dauern. Mit warm und kalt, süß, Aufschnitt, Käse, alles. Dafür kaufen wir/ ich (wenn ich alleine bin, auch dann!) gezielt ein, und das ist auch die Teststrecke für neue ausgefallene Leckereien. Z. B. Feigen- Senf- Sauce. (Sagenhaft. Vor allem mit Ziegenkäse.)

4) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
Ich fast immer abends warm, tagsüber nur Kleinigkeiten oder Salat oder so. Tagsüber unterwegs, im Büro oder am Schreibtisch und abends so richtig am Küchentisch, mit Besteck etc. Ich finde, ein Mindestmaß an optischen Nettigkeiten ist man sich selbst schuldig.

5) Wie oft geht ihr ins Restaurant?
So oft wie möglich. Ich liebe essen gehen (siehe 1.), aber aus finanziellen Gründen geht das nicht immer. Und manchmal ist es auch schöner, selber was zu machen und
das dann in Ruhe und Stille allein oder zu zweit aufzuessen.

6) Wie oft bestellt ihr Euch was?
Nie. Also, ich jedenfalls nicht. Ich finde Bestell- Essen gräßlich. Das liegt, ganz unrational, nicht zuletzt an der hässlichen Verpackung. Und es hat so eine lieblose Ausstrahlung. Und man isst die Pizza dann ja doch immer aus der Pappe, irgendwie. Und das macht mich depressiv. Da stell ich mich lieber hin und walke Hefeteig. Ham wir neulich tatsächlich gemacht. Nur, dass ich das mit dem Teig gar nicht war. Aber so in etwa.

7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
5: Ja, wie beschrieben und 6 auch wie beschrieben: Neee!

8) Gibt es bei Euch so was wie “Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Hihi. Ihr wart noch nie hier. Ganz klar. Also: Pasta. In allen Größen, Formen, Farben. Hauptsächlich Spaghetti, auch mal Vollkorn. Am liebsten mit: Knoblauch und Öl; dasselbe und Chili; mit Butter und Salz; mit viiiel Parmesan; mit Knoblauch und Zwiebeln und scharf angebraten; mit meiner Lieblingstomatensaucenkreation: Tomate in allen greifbaren Aggregatzuständen (wichtig: getrocknet und als Mark) mit Knoblauch und Zwiebeln angedünstet und mit'm oorntlichn Schubs Rotwein aufgegossen und dann etwas reduziert. Wer will, mit Fleisch. Und Parmesan. Genial.
Und sonst: beliebiges Grundnahrungsmittel (Reis/ Nudeln/ Kartoffeln/ Couscous) mit
beliebigem Gemüse und zwei Schlach Crème fraîche und Zwiebeln etc. Simpel, aber nett.

9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Bin mir nicht sicher. Annähernd. War aber nicht dramatisch, da Suppe.

10) Kochst du jeden Tag?
Ja! Aber ich platze nicht immer vor Phantasie, siehe oben. Aber was richtig gekochtes, zubereitetes muß schon sein. Mich entspannt Kochen auch ganz ungemein nach einem
stressigen Tag. Ich kann so gut abschalten beim Gemüseschnippeln.

11) Hast Du schon mal ein Rezept aus einem Kochblog ausprobiert?
Ja, und zwar Apfelkuchen. (Tarte tatin) Aber ich weiß nicht mehr genau, wie das Blog hieß. Sehr sympathische Hamburgerin. Glaube ich.

12) Wer kocht bei Euch häufiger?
Schwer zu sagen. Der Hausarzt kocht ja auch bei sich zu Hause. Aber ich glaub, ich koch schon häufiger, weil er in seinen unvorstellbaren zwölf- Stunden- Schichten ja meistens irgendwann zwischendurch sich was reinschiebt. Und das häufig bestellt. Soll aber ganz o.k. sein, sagt er.

13) Und wer kann besser kochen?
Puh. Ähh. Ich weiß nicht. Ich häng mich mehr rein ins Kochen und glaube, dass ich mehr Erfahrung habe. Aber ich esse sehr gerne, was der Hausarzt kocht. War bisher immer lecker.

14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Nee, bisher nicht. Es gibt viel Konsens zwischen uns, was Essen angeht. Vielleicht kommt das ja noch, so lange kennen wir uns noch nicht :)

15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter /Deine Eltern?
Hehe. Ich finde es ja immer sehr witzig und fühle mich sehr ertappt, wenn ich merke, dass ich unbewußt etwas genauso mache, wie ich es von meinen Eltern kenne. Also, mein Vater hat keine so ausgedehnten Kochfähigkeiten, soweit ich weiß. Meine Stiefmutter kocht auch so genial, braucht er gar nicht. Und meine Mutter ist einfach eine supertolle Köchin, deren Essen ich liebe. Und- um darauf zurückzukommen, ja, ich habe definitiv Sachen von ihr übernommen. Und ja, ich koche ganz anders. Meine Mutter kocht viel Gerichte, wo alles, Gemüse und Fleisch etc., in einer Pfanne gegart wird. Sehr lecker, aber manchmal ist mir das zuviel Gemantsche. Und sie liebt Kartoffeln. Fast ausschließlich. Und ich eher Reis oder Nudeln. Und ich koche auch gerne nach Kochbuch, gerade, um mir was neues anzueignen, das ich dann später verändere. Und sie nie. Meine Mutter liest Kochbücher wie Romane, und dann verwendet sie ein Gewürz oder was ihr aufgefallen ist. Und ich liebe Desserts! Oder Nachtisch, ganz lapidar. Und den hat meine Mutter nie gemacht. In den siebziger/ achtziger Jahren wurde dann eine tolle Dose Pfirsiche aufgemacht (Welch Innovation! Konserven!Damals noch!) und die gabs dann mit dem Saft im Glasschälchen. Bäh. Mochte ich nie wirklich.

16) Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Sehr! Besonders, wenn meine Mutter Fisch macht. Oder wenn meine Stiefmutter Gratins macht.

17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Nä. Find ich doof. Ist mir zu einseitig. Hin und wieder überfällts mich richtig und dann brauch ich Fleisch. (Rrrrr!) Aber ich esse nicht oft welches, wegen Geld und aus Angewohnheit.

18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
So ein ganz klassischer deutscher Braten. So richtig, im Bräter mit allem drum und dran. Und mit selbstgemachten Klößen. Maischolle in der Pfanne. Rindsrouladen. Obwohl ich sonst nicht sehr typisch deutsch koche.

19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Ich mag beides (ich liebe Süßes!!). Aber beim Backen bin ich immer etwas nervöser, weil ein Gasherd zum Backen nicht so ideal ist und ich dann immer befürchte, dass der Kuchen innen nicht durch ist, wobei er oben schon ganz angekokelt aussieht. Was auch durchaus vorkommt.

20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Ohje. Da gabs einiges. So Unfälle. Mir ist mal in ein Weihnachtsgulasch die Dose mit dem
Cayenne- Pfeffer gefallen. Oder, meine Spezialität: die Füllungen für Kuchen wollen auf Deibel komm raus nicht fest werden. Arrrgh. Als ich ca. sechs war haben das Kindermädchen und ich beim Backen von Scones (so englische Teebrötchen) das Zucker- mit dem Salzfass verwechselt. Meine Mutter hat übrigens immer noch die gleichen Glasdosen wie damals. Und ich muss immer dran denken, wenn ich die sehe.

21) Was magst Du überhaupt nicht?
Einiges. Leber (alle Innereien, eigentlich), Fleisch, an dem viel Fett und/oder Knorpel dran sind. Und besonders, wenn mans nicht gleich sehen kann. Knochen, ganz schlecht. Ich mag abnagen nicht. Kohl, tendenziell. Sellerie. Spinat, ein altes Kindheitstraume. Soll ich wohl schon als Baby nicht gemocht haben. Meeresschnecken. Ein Trauma aus Erwachsenenzeiten. Alle anderen Schnecken ebenfalls. (Um das klar zu stellen, ich liebe Meeresgetier, mit Saugnäpfen und ohne.) Karpfen blau. Viele Gräten. Schwarzwälderkirschtorte. (Bäh.Ich mag die Kombination aus Kirschen, Schokolade und Sahne generell nicht.) Buttercreme in großen Mengen. Gesüßte Schlagsahne. Süßstoff. Die allermeisten Schinkensorten. (Bis auf das so sündhaftteure Bündner Fleisch, z.B.) Biogebäck oder-kuchen schmeckt oft wie Sägemehl, finde ich. Staubtrocken und sonst nach nicht viel anderem. Selbstgemachter Vollkornkirschkuchen mit Grieß: Suuuuper.

18. August 2006

Köche zu mir!

Nölnöl! Ich will Kommentare! Wo steckt Ihr denn bloss?
Dabei wollte ich doch endlich mal soo ein leckeres Kochrezept hier reinstellen.
Nämlich:

Gnocchi mit Orangen- Lachssauce

(Ich kann mich nicht anfreunden mit diesem ganzen in/an/auf- Gerümpel. Klingt doch so schon sehr lecker und ausserdem nicht so überkandidelt.)

pro Person:

Gnocchi nach Laune- die ich nicht selber gemacht habe...
1 Lachssteak, ca. 125 g
5 EL Olivenöl
1 kleine Schalotte, sehr fein geschnitten
1 Knoblauchzehe, in Scheiben
1/8 l Orangensaft und, wer will, geriebene Orangenschale und Ingwer
Salz und Pfeffer, frisch gemahlen
Kräuter, z. B. Basilikum, aber nicht so viel
2 Karotten, mit dem Sparschäler in feine Streifen gehobelt
frisch geriebener Parmesan

Gnocchi nach Angabe auf Packung erhitzen. (Mit Spaghetti ist das übrigens auch sehr lecker!)

Das Lachssteak in Olivenöl, Orangensaft mit Pfeffer und Kräutern ca. halbe Stunde marinieren. Dann die Marinade in eine Pfanne abgiessen und darin Schalotte und Knoblauch andünsten. Den Lachs hineinlegen und von beiden Seiten garen, bis er sich mit einer Gabel leicht zerteilen lässt. Salzen. Zuletzt die Karottenstreifen für einige Minuten mitdünsten, so dass sie noch knackig sind. Während des Garens immer wieder Orangensaft nachgiessen, und erst zum Schluss die Flüssigkeit etwas einkochen lassen. Gnocchi in Suppenteller, Sauce drüber, mit Parmesan beraspeln und- AUFESSEN!
Übrigens: Ich habe das Rezept nicht aus irgendeinem Kochbuch oder von jemandes Website gemopst, sondern mir ganz alleine ausgedacht! Jawohl! *stolzguck* :)