11. Februar 2009

Der Clip zum Header

Neulich im Café...




nahm ich spasseshalber dieses Video mit meiner Kamera auf. Ich habe die Tonspur mit der Unterhaltung (peinlich, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, worum es ging) (und meine Stimme klingt sowieso wie Donald Duck mit Bronchialkatarrh, aber das geht ja möglicherweise vielen so, die ihre Stimme nur von der eigenen AB-Ansage kennen) ersetzt durch Miles Davis, Ascenseur a L'echaffaud. Also, die ersten paar Takte jedenfalls, mangels Länge des Films. Aber es ist ja auch mein Erstlingswerk, hoho. Und, ehem, daher auch in entsprechend grottiger Qualität. Aber Ihr wisst schon, camp style.

Dem Video vorausgehend hatte ich einige Fotos gemacht, von denen ich meinen Favoriten gestern in tiefer Nacht in meinen neuen Header verwandelt habe. Danke an C. für die Hilfe beim html! (Und wenn mir noch jemand sagt, wie man den weißen Streifen im Header rechts entfernt..dann bin ich glücklich mit dem Ergebnis.)

25. Januar 2009

Menschen in Neukölln Teil 14


Gestern abend, mal wieder auf dem Heimweg. Hastig durch die klamme Kälte eilend, schlängelte ich mich an einem Pärchen vorbei, dass trotz des ungemütlichen* Wetters schlendernd in eine Unterhaltung vertieft war. Ich hätte glatt -kennen wa doch- an das hier einzusetzende südeuropäische Lieblingsland denken mögen.

Das Pärchen, wenn es denn eins war, kannte sich wohl noch nicht so lange, denn so sagte

er zu ihr:

"Aber machst du Filme nicht auch, um Selbstbestätigung zu bekommen?"
(...)

Die Unterhaltung setzte sich nicht weiter ungewöhnlich fort, zurück blieb (bzw. voraus eilte, mir war nämlich wirklich kalt) eine
verwirrte Frau Feli. Ein Abend in Neukölln, und was sieht man? Studenten, ausländische Touristen, aufstrebende Jungunternehmer mit wirren Frisuren, Menschen in lila Pullundern und Chucks mit Schachbrettmuster. Alkis, junge Unholde jeglicher Couleur auf Ärger aus herumstrolchend, Kranke, Arme und Vergessene, where art thou?!

Sie sind schon noch da, und wo sollten sie sonst auch hin. Aber sie bekommen ein gewisses Gegengewicht aus unerwarteter Richtung. Die Richtung ist Nordost. Mitte, wenn nicht Prenzlauer Berg. Wem Kreuzberg zu teuer wird, der kommt hierher. Ob ich das gut finde? Ja, so lange die Mieten nicht so sehr steigen, dass ich - und die Vergessenen- sie nicht mehr zahlen kann. Natürlich ist es nett, wenn das Straßenbild bunter wird und plötzlich um die Ecke vietnamesische Nudelküche und hübsche kleine Cafés mit alten Sofas eröffnen. Aber nicht so nett ist es, wenn man von Nachbarn hört, dass die bisherigen Bewohner aus den alten Wohnungen vertrieben werden, damit das Haus in eine elegante Eigentumswohnungsplantage verwandelt wird.
Es müßte doch möglich sein, alle unter einen Hut zu bekommen, Alkis und Unternehmer. Oder so.


*Eine Neuseeländerin verkündete mir einmal, dass "ungemütliches Wetter" eine ihrer liebsten deutschen Redewendungen sei, weil ihr einfach keine passendere Beschreibung für Berliner Winterwetter einfiele. Hm. Wie habe ich das zu verstehen? Wahrscheinlich gibt es in Neuseeland zu selten ungemütliches Wetter. Und wenn, dann vermeidet man wahrscheinlich, das Haus die nächsten paar Tage zu verlassen. Es sei denn, man will unbedingt den Roaring Fourties trotzen. Dem blanken Hans würde ich als native Küstenbewohner wohl sagen.

10. Januar 2009

Das alte Jahr ist tot, es lebe das neue Jahr!



Oben die Dokumentation einer vorweihnachtlichen Kuchenschlacht. So gut. Wir sind so lange geblieben, dass wir vom Besitzer des Cafés schließlich Sekt ausgegeben bekamen.

Zugenommen oder abgenommen?

Ha. Schon mal einfach zu beantworten: zugenommen. Aber meine Güte. Es könnte schlimmer sein, wird auch wieder abgenommen. Hoffe ich doch mal.

Dazu eine Geschichte (zum neuen Jahr muß es ja auch was extra geben, nich. ) Ich überquerte neulichst (beliebte norddeutsche Wortkonstruktion) mal wieder den Hermannplatz, als ich einer Unterhaltung hinter mir lauschte:

Er zu ihr: Ja, weißt du, ich finds so krass, die hat total zugenommen.
Sie zu ihm: Echt? Boah.
Er zu ihr: Die ist richtig dick geworden, die wiegt bestimmt fünf Kilo mehr oder so! Also unmöglich, die hat sich überhaupt nicht mehr im Griff.
Ich: *schluck*.
Ich hab mich dann lieber nicht umgedreht, weil mein Blick mich *sofort* entlarvt hätte.


Haare länger oder kürzer?

Äh. Uuuhh. Ich glaub, etwas kürzer. Mehr Stufen jedenfalls.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Öh. Ich hoffe, keins von beiden. Ich ignoriere aber Veränderungen immer so lange wie möglich, weil auch nur neue Gläser ja schon eine kostspielige Angelegenheit sind.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. Glaub ich. Wär schön, wenn ich mehr davon merken würde. Aber ich will mich nicht beschweren, andererseits.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Bestimmt auch mehr. Alleine der ganze Renovierungsschnickschnack für das unten genannte Bett hat mich wieder mehr gekostet, als ich gedacht hätte. Aber dafür besitze ich jetzt das wunderbarste Bett der Welt, selbst abgeschliffen und lasiert in weiß und braun und soo schön.

Der hirnrissigste Plan?

Ein in seine Einzelteile zerlegtes Bett in der U-Bahn transportieren zu wollen. (Was ich klugerweise nach der ersten Fuhre aufgegeben habe.)

Die gefährlichste Unternehmung?

Wahrscheinlich der obige Transport. Oder: Einen übervollen Pappbecher mit Milchkaffee in der einen Hand, unter dem Arm eine Tüte mit Mittagsverköstigung, über dem Arm meine Handtasche, in der anderen Hand die Süßigkeiten für die werten Kollegen (ähm, und mich) sowie einen Apfel irgendwo dazwischen von der Caféteria bei der Arbeit mit dem Fahrstuhl bis in den 10. Stock transportieren zu wollen. Hat aber doch geklappt, mit nur ganz wenig kleckern.

Mehr Sport oder weniger?

Weniger. Dafür mehr schlechtes Gewissen. Ich habe mal Kampfsport gemacht. Irgendwann, in einem anderen Leben fern von hier.

Die teuerste Anschaffung?

Das silberne Wunderding: mein Macbook.

Das leckerste Essen?

Das Abendessen bei der Konfirmation meiner Nichte, gekocht und serviert vom besten italienischen Freund des italienischen Vaters selbiger Nichte in dessen Restaurant. Es gab ganz klassische italienische Küche, Anti pasti, einen Pasta-Gang, Saltimbocca und Putenroulade (bzw das italienische Äquivalent) und Tirami su zum Nachtisch. An sich nicht ausgefallen, aber *sagenhaft gut, geradezu in die Knie zwingend überwältigend gut gekocht*, dass ich nur noch dumpfe Laute des Wohlbefindens von mir geben konnte.

Das beeindruckendste Buch?

Poah. Ihr machts einem aber nicht leicht. Ein sehr tolles, erst kürzlich gelesen: Margret Atwood, Katzenauge. Und weil ich mich nie auf nur ein tolles Buch beschränken könnte und ich viele gelesene Bücher grad nicht im Kopf habe: Carson McCullers, Gesammelte Erzählungen. Isabel Allende, Mein erfundenes Land. Und das ist jetzt Zufall, dass das lauter Bücher von Frauen sind. Hier noch ein Mann: Andrea de Carlo, Guru.

Das enttäuschendste Buch?

Da fällt mir wenig ein, aber zum Beispiel: John Updike, Sucht mein Angesicht. Ich fands langweilig, selbstgefällig, unglaubwürdig, voraussehbar. Kurz: doof.

Der ergreifendste Film?

Hmmm. Ich kann mich zur Zeit sehr für skandinavische Filme begeistern, und wenn sie skurril sind, dann sowieso. Oft jedenfalls. Also: Das jüngste Gewitter, Håkan Angser.

Die beste CD?

Seit es sich eingebürgert hat, Musik über das Internet zu erwerben, kaufe ich leider kaum noch CDs. Und im letzten Jahr auch wenig Musik, weil nicht nur mein alter Computer sich verabschiedete, sondern auch meine 24 Jahre alte Anlage. Aber, so zum Beispiel: Paolo Conte, Paris milonga. Element of Crime, Damals hinterm Mond. Franz Ferdinand, gleichnamiges Album.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

..Arbeit, ..Lesen, ..Freunden. Ähm, und vor dem Computer.

Die schönste Zeit verbracht mit… ?

Mit Freunden, ..mit Büchern, ..mit meinem Patenkind.

Vorherrschendes Gefühl 2008?

Langsames, of mühseliges und zähes Voranschreiten.

2008 zum ersten Mal getan?

Meine Stiefschwester beim Gebet überrascht.

2008 nach langer Zeit wieder getan?

Schwimmen gewesen, und danach dann gleich wieder lange nicht mehr. Ausrede: Die Schwimmhalle wird zur Zeit renoviert. So richtig in Urlaub gefahren, nach Barcelona.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

1.Immer noch keinen Abschluss zu haben, 2. meinen Kontostand, 3. auf das Gefühl, am falschen Ort zu sein.

Die wichtigste Sache, von der Du jemanden überzeugen wolltest?

Kauf Dir bitte, bitte nicht dieses Kleid. (Es lag am Kleid, aber ganz klar!)

Das schönste Geschenk, das Du jemandem gemacht hast?

Eine Oktoberfestbarbie. Und für mich war das abseitigste Geschenk das ich mindestens in den letzten *zehn Jahren* gemacht habe.

Das schönste Geschenk, das Dir jemand gemacht hat?

Uneingeschränkte Liebe. „Du bist der allerliebste Mensch, den ich kenne.“ Kein Mann. Mein Patenkind.

Der folgenreichste Satz, den jemand zu Dir gesagt hat?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Der folgenreichste Satz, den Du zu jemandem gesagt hast?

Ich werd versuchen, ob ich diese Monster-Puppe irgendwo bekomme.

2008 war mit 1 Wort…?

Viel.

Vorsätze für 2009?

Da das Jahr sich jetzt schon als ein wahrscheinlich noch volleres abzeichnet: Weniger unter Druck setzen, mehr durchatmen, aber auch mehr anpacken.

3. Januar 2009

Zum Neuen Jahr: Küchenfunk

weitere Fotos von FrauFeli

 

Ich kann mich gar nicht fassen vor Begeisterung: Ich habe heute eigenhändig und ohne Hilfe W-LAN installiert! Hach. Ich bin ja so geschickt. Im Foren durchsuchen, vor allem.

Und jetzt kann ich in meiner Küche sitzen und bloggen. Oder Mails lesen. Oder auch (sinnvoller Weise) nach neuen Jobs suchen oder für meine Prüfung lernen. Großartig.

Ich bin erwartungsvoll, was das neue Jahr angeht. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte keine Angst. Es kommt wieder einmal viel Ungewisses auf mich zu, und dabei fürchte ich sowieso immer um die Sicherheit meines gewohnten Alltags, dass ich sie verlieren könnte. Ich denke, diese Paranoia rührt daher, dass man im Leben zu oft oder zu lange die Erfahrung gemacht hat, dass nichts sicher zu sein scheint. Und infolgedessen fürchtet man ständig, dass die möglicherweise vorhandene Idylle plötzlich verpuffen könnte. Genauso bin ich. Das ist mal ein ernster Blogeintrag, was?! Ich bin immer sehr gedankenvoll zum Jahreswechsel, die Bilanz, die ich vom vergangenen Jahr zu ziehen pflege, fällt selten überschwänglich aus. Es wäre schön, wenn ich die Dinge mal einfach auf mich zukommen lassen könnte. Aber das sieht so faul aus. Oder luschig, um einen typischen Kindheitsausdruck zu benutzen.

Jedenfalls plane ich, in den nächsten Tagen eine weitere nette Frage-Liste, die ich unter anderem bei Frau K. gefunden habe, zu beantworten. Allerdings wird das nicht viel lustiger. Wie gesagt, der Jahreswechsel.

Aber es ist ein sagenhaftes Gefühl, abends in der warmen Küche zu sitzen, die winterliche Kälte dräut schwarz vor dem Küchenfenster. Das MacBook singt mir traurige Lieder vor, es gibt Tee und Kekse (das arme MacBook..wer mich twittern sieht, was ich meine.) und ich genieße die Zeit. Und meinen Mut, einen Ratenzahlungsvertrag abgeschlossen zu haben und dadurch eine glückliche Frau Feli aus mir gemacht zu haben.

Hinzusetzen muss ich noch, dass mir jemand mittels Blog (und verbal, nicht zu vergessen, ein großartiges Kompliment gemacht hat, dass mich zu heftigem Blinzeln zwang. Und sowas ist einfach toll, Freunde zu haben.

Zum Neuen Jahr: Funk in der Küche

Ich kann mich kaum fassen vor Begeisterung

13. Dezember 2008

Selbstbeschenkter Weihnachtsschwindel mit Pelzkante

Frau Feli goes Mac. In silber und schwarz. Unfassbar. Ich halt die Warterei bis das Kleinod endlich da ist, kaum noch aus. Werde ich überhaupt wagen, es irgendwo mit hin zu nehmen, aus Angst vor möglichen Schäden? Oha. Sowas aufregendes. Nur, dass ich es nicht mit einem Haustier oder dem (noch nicht vorhandenen) Nachwuchs verwechsle. Hihi.

30. November 2008

Katzen, die man mag

weitere Fotos von FrauFeli



Dies ist quasi ein Test-Post, weil ich hinreissender Weise herausbekommen habe, wie man die Fotos aus meinem Fotoblog (naja, ein Account, dass nicht Flickr heisst) auf meinen normalen Blog bekommen kann. Ha. Endlich.


Oben könnt Ihr die meines Wissens am dümmsten guckende Katze Berlins bewundern. Ein Kater. Und weil er so dumm guckt, finde ich ihn sehr sehr niedlich. Und was ist die Konsequenz? Die Feststellung, dass ich wieder eine Katze haben möchte. Obwohl ich nichts gegen eine intelligenter guckende Katze einzuwenden hätte. Und gegen eine, die ein bisschen weniger überzüchtet aussieht. Aber er ist so süß. Ach. Dazu müßte ich umziehen. Am besten in die verehrungswürdige Wohnung, die der kleine graue Kater (Pekka heißt er) in den Sommerferien bewohnt hat, bis sein Besitzer wieder zurück aus dem Urlaub war. Die Wohnung enthielt unter anderem Dielen, hohe Wände, drei Zimmer, einen Balkon (der um die Ecke ging!) eine großartige Begrünung (Hallo, Realität! Feli und Pflanzen?! Nun ja.) und eine idyllische Aussicht, die an Hinterhöfe in Italien (Lieblings-südeuropäisches Land bitte einsetzen) denken ließ. Ach. Und noch mal ach.

18. Oktober 2008

Hoi zäme!

Fremdsprachen können zahlt sich ja immer aus. Deswegen fahre ich Montag für eine Woche in die Schweiz. (Nicht, dass es irgendjemandem auffiele, wenn ich mich drei Monate in Lappland aufhielte..! Was jetzt ja wahrscheinlich auch Samland oder so heisst, aber für Verifizierungen ist es zu spät und meine dämliche Erkältung zu weit fortgeschritten.)

Vielleicht kann ich ja meine Schweizerdeutsch-Kenntnisse erweitern, zur Not durch wiederholtes Anschauen von Sprachlernvideos..oder so ähnlich. Auf jeden Fall werde ich die momentane Lage der schweizer Schokoladen-Produktion ausloten und dann (äh.) live berichten.

Was ich garantiert nicht tun werde, ist, mich mit dem ZVV, d. i. der Zürcher Verkehrsverbund anlegen, das würde nämlich bestimmt sehr kompliziert werden. Jedenfalls, wenn man das untige Video als Beispiel herannimmt, wobei man dem schweizer Nahverkehr, bzw. dem Schaffhauser speziell (Ich will hier keine Gerüchte in die Welt setzen, vielleicht sind in der restlichen Schweiz die Bedingungen ja anders.) nicht vorwerfen kann, wenn er nicht jede Art von Tier befördert.

Vom strengen Tonfall der Straßenbahnfahrer mal ganz abgesehen. Aber die sind vielleicht in einem gemeinsamen Verein mit den Berliner Busfahrern, wo sie sich über neue durch-sarkastische-und-boshafte-Bemerkungen-Überraschungs-Methoden austauschen und diese dann geschickt im Arbeitsalltag zur Kundenverwirrung einsetzen.

Jedenfalls ist aus dieser ungewöhnlichen Transportabsicht ein ganz wundervolles, schönes, hintersinniges und sehr schweizerisches Kunstwerk entstanden, das ich unbedingt ausgiebig zu geniessen empfehle:


Der Conny ihr Pony from robert pohle on Vimeo.

Bis dahin wünsche ich gutes Wetter, üppige Gehaltsabrechnungen und liebestolle Anrufe um drei Uhr nachts, je nach Wunsch und Charakter. Und dass meine Erkältung akut den Rückzug antritt.

17. September 2008

27. August 2008

Menschen in Neukölln Teil 11

Neulich war ich mal wieder auf dem Weg zur U-Bahn. Viele von meinen Geschichten ereignen sich auf dem Weg von und zur U-Bahn, im U-Bahnhof selbst, auf dem Platz davor, d.h. dem Hermannplatz in meinem Fall. Man könnte also sagen: Die U-Bahn ist das zweite Zuhause des Berliners. Und viele Menschen verhalten sich dort auch so, im positiven wie im negativen Sinn, und meistens eher im negativen.

In diesem Fall schlängelte ich mich durch die vielen Leute, die auf dem Wochenmarkt, der mehrmals wöchentlich auf dem Hermannplatz stattfindet, einkauften. Aufgrund der quasi wogenden Menschenmassen blieb direkt vor den Augen eines Blumenverkäufers zwischen den Einkaufsrollern stecken.

"Hier sehen noch einje Leute so aus, als ob sie Blumn mit nach Hause nehm werdn!!"

kurze Pause

"Blumn braucht doch jeda! Vitamine füre Seele."


Das hat mir den Tag erhellt. Auch ohne Blumen.




(Muss immer noch sparen. Die großen Sträuße bitte in der Fahrschule abgeben.)

29. Juli 2008

Das Ding aus einer anderen Welt:
Menschen (oder so) in Neukölln Teil 10

Neulich abend war ich auf dem Nachhauseweg.

Ich lief hinter einer Gruppe englischsprechender Leute (Neukölln wird immer schicker. Selbst um 22.00 noch sowohl nüchterne als auch zurechnungsfähige Menschen auf den Straßen.) her. Plötzlich schrie eine der Frauen auf.
Sie war auf einen Tintenfisch getreten, der soeben von oben auf das Pflaster geklatscht war.


Es war kein kleiner Tintenfisch.



20. Juli 2008

..Ich will einfach nur hier sitzen..!! Menschen in Neukölln Teil 9

Liebe Freunde des weltweiten Webs,

ich glaube, ich wandere aus. Nach Timbuktu. Weil ich ja bei allem wovon ich nicht weiß, wo es ist (was eine Menge ist), Timbuktu sage. Nicht immer nur reden, machen. Oder gleich nach Island, da ist es nicht so heiss und es gibt mehr Elfen. Vielleicht helfen die auch beim laute Nachbarn ärgern.

Nebenan gibt es nämlich eine Party, bei meinen neuen Nachbarn. Die sind sichtlich junge Studenten, ein Pärchen(also, heute abend sind es sehr viel mehr als zwei), und spielen die wilde elektronische Musik. Nirvana auch, aber die haben sie ziemlich schnell ausgemacht. Jetzt ist es grad so angejazztes Crossover. Was mir eventuell sogar gefallen würde, wenn ich nur das Haus verlassen müsste, um ihm zu lauschen. Neben dem Kopfende meines höchsteigenen Bettes verstehe ich aber wenig Spaß. Ich habe auch noch einen sehr leichten Schlaf. Und das ist schlimmer geworden in den letzten Jahren. Neulich habe ich mir eine Schlafmaske gekauft, zu hell ist es jetzt auch schon. Das Alter. Ächz.

Ich hätte ein schlechtes Gewissen, jetzt gleich was zu sagen, Samstags um zwölf. Eben habe ich das Fenster zum Hof (wer den Film und die älteren Postings dieses Blogs kennt, der weiß: Die Namensgleichheit kann kein Zufall sein..)geöffnet. Also, Fenster geöffnet, Schall wallte mir in großen Wellen entgegen. Alle feiern. Bei offenen Fenstern. Ich glaube, ich sollte vielleicht der Ergänzung halber wunderlich werden.

Ich habe den Abend gemütlich am Telefon und Computer verbracht, wollte noch ein bisschen Zeitung lesen und dann ins Bett gehen. Alle andern scheinen das für eine doofe Idee zu halten. Soweit ich es hören kann.

Vor etwa zwei Monaten konnte ich Nachts nicht schlafen, weil es draußen miaut hat. Das waren keine Katzen, das waren Menschen. Die hatten Sex. Auf dem Dach, wie es klang. Ich bin mir ganz sicher, weil Katzen nicht "Oh mein Gott" zwischendrin schreien können.

Ich könnte hier jetzt ein schickes kleines Ad einbinden, dass für die Segnungen von Ohropax wirbt. Oder anderen Ohrstöpseln. Für die würd ich aber echt Werbung machen. Ich habe mich schon gefragt, ob die Ohrstöpselherstelllungsverantwortlichen wirklich wirklich wissen, dass sie mir schon quasi das Leben (und mich vor dem Irrsinn) gerettet haben, weil ich mich mittels Totalabdichtung vor der Aussenwelt verbarrikadieren kann. Unglaublich. Nur gerade jetzt, wo ich mich eigentlich unverstöpselt durch ein paar interessante Blogs klicken wollte, fühle ich mich etwas bedrängt.

Zur Veranschaulichung: Meine Nachbarin hat heute nachmittag geniest. Ich bin zusammengezuckt.

Ich will einfach nur hier sitzen...

12. Juli 2008

99 Antworten von Frau Feli

1. Ich habe monatelang nichts in diesem Blog geschrieben, und die Gründe dafür sind so zahlreich, dass sie jeden Rahmen sprengen würden.

2. Dies ist die erste Schreibidee seit langem, die mich so gereizt hat, dass ich mich sofort an die Umsetzung gemacht habe.

3. Was mich dann wiederum mehrere Monate gekostet, hat dies zu posten. (Aus hier nicht näher benannt zu wollenden Gründen.)

4. Ich frage mich, ob es typisch ist für viele in Berlin lebende Menschen (Einschränkung: die Zugezogenen), dass sie ein mieses Zeitmanagement haben.

5. Ich frage mich,ob mir das so gut tut, in Berlin zu wohnen.

6. Die logische Schlußfolgerung wäre also: Wo könnte ich stattdessen wohnen? Mir fällt zur Zeit keine andere Stadt ein, wo man so elegant etwas nicht zu Ende bringen kann. Und es letzten Endes dann doch tut, wenn keiner mehr dran glaubt.

7. Ich habe Angst vor Spinnen, den meisten Kühen und sehr großen Hunden, aber nicht vor Pferden und Schlangen.

8. Als ich wenige Monate alt war, hat meine Mutter in das Säuglinstagebuch für den Kinderarzt geschrieben, dass ich Spinat immer ausspucken würde. Das hat sich bis heute nicht geändert. Jedenfalls nicht wesentlich.

9. Leute, die mich, ohne mich sehr sehr gut zu kennen, über meine religöse Auffassung ausfragen wollen, finde ich genauso aufdringlich wie Leute, die dasselbe über Sex tun.

10. Ich koche gern, und manchmal widerstrebt es mir, das zu erzählen, weil ich befürchte (das ist mir auch schon passiert), dass mein Gesprächspartner das normal finden könnte, weil ich eine Frau bin.

11. Ich mache gerne handwerkliche Arbeiten und finde technische Zusammenhänge interessant, und finde es ebenfalls blöd, wenn Leute sich aufgrund meines Geschlechts darüber wundern. (Andererseits möchte ich natürlich dafür Anerkennung. ;) )

12. Handwerkliche Arbeiten haben den Vorteil, dass man dabei nicht so viel denken muss.

13. Ich würde nämlich manchmal mein Hirn ganz gerne abschalten für eine gewisse Zeit.

14. Ich habe mal auf einer Fischplatte in einem edlen Restaurant eine Meeresschnecke gehabt, die so aussah, wie andere Schnecken lebendig. Leider hat sie auch so geschmeckt.

15. Ich war mal ein Kunstwerk. Ich habe bei einer Vernissage in einem Brunnen, der wie eine Badezimmerarmatur aussah, gestanden (nein, in einem Kleid) und Champagner in diesen Brunnen gegossen. Unten an dem Brunnen waren Babyflaschennuckel angebracht, aus denen man hätte trinken können. Währenddessen kamen mir Zweifel, ob die anwesenden Männer die Ironie des Kunstwerks wahrgenommen haben. Ärgerlicherweise habe ich für diesen Job kein Geld bekommen und mich auch nicht genug darum bemüht. Gastgeber war eine durchaus nicht arme Stiftung.

16. Man bekommt sehr kalte Füsse, wenn man lange in Champagner steht.

17. Das hat die anwesenden Männer nicht interessiert und auch gar nicht davon abgehalten, mir am laufenden Band versaute Anträge zu machen, die ich alles andere als erotisch fand.

18. Ich würde gerne Japanisch können.

19. Vielleicht sollte ich endlich mal Italienisch richtig lernen.

20. Ach was.

21. Mangas kann ich wunderbar vor dem Einschlafen lesen.

22. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, andere Menschen ausser mir werden diese 99 Punkte nur zu Ende lesen, wenn ich hier was über Sex schreibe. (Über kalte Champagnerfüsse hinausgehend.)

23. Ich will noch das Buch von Frau Roche lesen, schon gerade wegen der vielen negativen Kritik, die es bekommen hat.

24. Na also. Da haben wir das Thema ja wieder. Geht ganz einfach.

25. Ich wundere mich, wieso viele Leute zu erwarten scheinen, dass ein Buch, in dem es vornehmlich um Sex geht (Aha! Wieder!), anspruchsvoll sein muss. Für meine Begriffe (und nach meiner bisherigen Erfahrung als Leser) schliesst sich das schon fast gegenseitig aus. Also jedenfalls, wenn es sehr explizit wird.

26. Schlechter als "Angst vorm Fliegen" von Erica Jong oder "Ich brauche Liebe" von Klaus Kinski kann es gar nicht sein.

27. Ich habe die seltsame Fähigkeit, Diebstähle zu beobachten oder intuitiv zu erahnen. Einer hat sich mal dermassen offensichtlich vor meinen Augen abgespielt, dass ich die Verkäuferin darauf hingewiesen habe. (Jemand hat versucht, einen Koffer zu klauen..!) Sie hat den Dieb aber laufen lassen. Und einmal habe ich nichts gesagt, weil der Betreffende sehr arm aussah. Und weil er eine Kinderjacke geklaut hat.

28. Wahrscheinlich hätte ich Karriere als Detektiv machen können. Als Kind war das immer mein Traum. Wie Miss Marple oder der sexy Lord Peter von Dorothy Sayers.

29. Den fand ich als Teenager schon sexy. Jetzt wahrscheinlich nicht mehr.

30. Ich kann mich erinnern, das erste Mal gekocht zu haben, als ich noch Mühe hatte, die Bratpfanne alleine auf dem Herd zu bewegen.

31. Bratkartoffeln.

32. Ich war vor einiger Zeit bei Freunden zu Besuch, wo ich ein Aha-Erlebnis sondergleichen hatte: Der Mann des Paares besitzt ein Kinderkochbuch, dass ich als Kind ebenfalls hatte. (Linus lässt nichts anbrennen.) Ich hatte das Buch zum ersten seit Rund 20 Jahren in den Händen und mir fiel ein, dass ich als Kind mehrere Kinderkochbücher besass. Ich muss ein seltsames Kind gewesen sein.

33. Ich habe einmal für eine Zeichenklasse Modell gesessen. Und ja, da musste man sich ausziehen.

34. Modellsitzen ist sehr anstrengend, und die Bezahlung war schlecht.

35. In meinem Heimatort in der Provinz soll der Stundensatz fürs Modellsitzen wesentlich höher sein.

36. Ich war froh, dass ich den Leuten dabei nicht in den Kopf gucken konnte. So genau wollte ichs dann doch nicht wissen.

37. Die Ergebnisse waren lustig. Sehr beruhigend. 20 Leute haben 20 verschiedene Frauen gezeichnet. Von Kate Moss bis Bridget Jones. Faszinierend.

38. Ich kam mir sehr wild vor, als ich mal mit Anfang 20 mit einer Gruppe Leute in einem Schwimmbad eingebrochen bin. Es war Hochsommer und wir waren -natürlich- betrunken. Wir sind über mehrere Zäune geklettert und haben bei Mondschein gebadet. Und ja, da haben wir uns auch ausgezogen.

39. Ich hatte ein kurzes Kleid und Pumps an. Damit klettert es sich sehr schlecht über Zäune.

40. Ich kann mich sehr für Kinderbücher begeistern, Bilderbücher und Romane. Mein aktueller Tip: Königin Gisela. Und: Rico, Oskar und die Tieferschatten.

41. Ich habe heute noch eine Narbe am Knie, weil ich mit zehn Jahren bei meiner Großmutter von dem Häuschen, in dem die Mülltonnen untergebracht waren, heruntergesprungen und dabei gestolpert bin. Das aufgeschlagene Knie ist lange nicht verheilt.

42. Wenn ich mir Schuhe kaufe, habe ich bisher immer eine halbwegs vernünftige Begründung gefunden.

43. Das ist einfach für mich, weil ich nicht viel Kleidung -und Schuhe- besitze.

44. Ich finde es meistens fürchterlich, Kleider einkaufen zu gehen. Im Idealfall dauert ein Kleiderkauf bei mir 20 Minuten, Anprobieren eingeschlossen.

45. Ich könnte mich tagelang in Buchhandlungen aufhalten. (Bücher kaufen ist dagegen gar kein Problem!)

46. Ich bin in einer Buchhandlung aufgewachsen. Ich könnte mir keinen inspirierenderen Ort vorstellen.

47. Ich liebe jede Art von Wissensspeicher. Oder Phantasiespeicher, wo die Bilder gesammelt sind, die andere Leute im Kopf haben: Kunstmuseen zum Beispiel.

48. Ich hasse frühes Aufstehen, obwohl ich die Morgenstunden wunderschön finde, wenn ich es doch einmal tue. Meistens.

49. Als Kind habe ich Schokoladenpudding gehasst. Wegen der Haut obendrauf. Heute kennen Kinder Haut auf Pudding wahrscheinlich überhaupt nicht.

50. Heute habe ich zwei Nichten, die es lieben, solche Geschichten, wie diese 99 Punkte erzählt zu bekommen. Und von der Haut auf dem Pudding. Und sie sagen zu mir: Erzähl uns was von früher. Wie ich es früher zu meiner Oma gesagt habe. Seltsames Gefühl.

51. Inzwischen bin ich immerhin soweit, dass ich Schokoladeneis liebe, das mochte ich ursprünglich auch nicht.

52. Erdbeeren habe ich schon als Kind gemocht, und ich habe sie bei meinen Großeltern im Garten direkt von der Pflanze gepflückt. Dabei hat mich immer gestört, dass die Blätter seltsame Spitzen hatten, die unangenehm an den Knöcheln gepiekst haben.

53. Egal war mir, wenn die Erdbeeren noch ein bisschen sandig waren.

54. Mein Großvater hatte das heruntergekommenste Gartenhäuschen in der ganzen Schrebergartensiedlung. Es war hellblau gestrichen, und die Farbe blätterte ab. Jahrelang hatte er vor, es in einer anderen Farbe zu streichen.

55. Mir ist das als Kind nie aufgefallen.

56. Ich wollte immer auf Händen laufen und jonglieren können.

57. Das zweite habe ich lange versucht, kann aber beides bis heute nicht.

58. Ich kann mich noch an das erste Buch erinnern, das ich gelesen habe. Ich habe ewig gebraucht.

59. Ich habe als Kind nicht verstehen können, wieso man plötzlich nicht mehr vorgelesen bekommt, wenn man selbst lesen kann.

60. Noch heute ist etwas besonderes, wenn mir jemand, der mir viel bedeutet, vorliest. Also, in einer Beziehung, soll das heissen.

61. Venen auf Männerarmen sind etwas, wo bei mir mitunter das rationale Denken komplett aussetzt.

62. Backen und Kochen löst so eine Art Beruhigungsmodus in meinem Hirn aus. Wie Bildschirmschoner.

63. Ausser wenn was schief geht.

64. Ich kann mir nicht vorstellen, was ich machen würde, wenn ich in einem Zeitalter ohne Telefone geboren worden wäre.

65. Ich bin kurzsichtig, und ich vertrage Kontaktlinsen nur zeitweise. Die Welt, die ich dann sehe, irritiert mich unwahrscheinlich. Sie wirkt so masslos.

66. Ungefähr so, wie auf Fotos, die mit einem Fischaugenobjektiv aufgenommen wurden.

67. Ich finde den Ulysses von James Joyce lustig. Ich weiß, dass viele Menschen diese Meinung nicht teilen.

68. Ich bin Linkshänder und versuche gelegentlich Hinweise auf meine vielleicht doch vorhandene geniale Begabung daraus abzuleiten.

69. Ich bin ausgewiesener Kaffeetrinker. Denken ohne geht gar nicht. Also morgens jedenfalls.

70. Ich muss unter allen Umständen ein gefülltes Glas Wasser neben dem Bett stehen haben, sonst kann ich nicht gut schlafen. Auch, wenn ich es oft gar nicht trinke.

71. Ein ausgeprägter Tick von mir ist, die Inhaltsangaben auf Nahrungsmitteln zu lesen. Das Ziel ist dabei, Geschmacksverstärtker unter allen Umständen und möglichst alle künstlichen und viele dubiose/unverständliche/naturidentische Inhaltsstoffe zu vermeiden.

72. Ich finde es interessant, mir die Gesichter von Passanten auf der Straße oder im Café anzusehen. Bei Männern ist es mir schon passiert, dass der Betreffende gedacht zu haben scheint, ich wäre interessiert an ihm.

73. Jahrzehntelang habe ich zu der Ich-gehe-ungeschminkt-nicht-mal-zur-Mülltonne-Sorte Frau gehört. Das hat sich bei meinem vorletzten Freund geändert. Ich war ehrlich erstaunt, dass die Welt normal weiter ihren Gang nahm, obwohl ich mich ihr ungeschminkt stellte.

74. Ich hatte als Grundschulkind mal einen Badeanzug mit Verkehrsschildern drauf.

75. Ein Hobby von mir ist, meine Verleser von Schildern und ähnlichem zu sammeln.

76. Ich habe mir als Teenager zeitweise die Haare mit Henna rot gefärbt. Erstaunlich, wie intensiv der Ton bei Leuten mit ohnehin dunklen Haaren werden kann. Zeitweise waren sie auch schwarz. Und ich habe sie auch mal ganz abrasiert.

77. Zu dieser Zeit gab es Gelegenheiten, wo meine Mutter sich geweigert hat, mit mir in der betreffenden Kleidung einkaufen zu gehen. Das hat mich damals genervt, aber eigentlich war ich stolz darauf, dass ich etwas Eigenes hatte.

78. Die Lederjacke, um die es unter anderem ging, besitze ich immer noch, ich trage sie aber nicht mehr.

79. Putzen finde ich fürchterlich. Zeitverschwendung. Wird sowieso wieder dreckig. (Manchmal raffe ich mich aber auf.)

80. Ich bin einer der Traumzielgruppenmenschen, die tatsächlich gezielt Radiosendungen hören.

81. Ich habe keinen Fernseher, und ich glaube, da besteht ein Zusammenhang.

82. Ich werde durchschnittlich fünf Jahre jünger geschätzt als ich tatsächlich bin. Natürlich finde ich das schmeichelhaft, aber manchmal denke ich, ich habe wirklich eine Art Peter-Pan-Syndrom. Aber ganz Berlin ist ein einziges Peter-Pan-Syndrom.

83. Ich habe an sich kein Problem damit, älter zu werden. Ich fürchte nur, wenn ich in meinem Beruf arbeiten werde, keine Zeit mehr für mich selber zu haben. Oder es nicht mehr in den Beruf zurück zu schaffen, wenn ich mal Kinder habe. Was mir sehr wichtig ist. Also, beides.

84. Ich habe bisher noch jede Grünpflanze kleingekriegt, und das ist mir etwas peinlich. Ich sage immer, dass die Pflanzen Selbstmord begehen, wenn ich auftauche.

85. Ich habe eine Schwäche für Experimente. Ich muss alles ausprobieren.

86. Schokolade mit Salz zum Beispiel. Geglückt: Sehr lecker!

87. Dating-Portal: habe ich auch ausprobiert, fürchterlich.

88. Ich fands nicht so schlimm, ich habs ja als Experiment gesehen.

89. Ich liebe es, in Cafés zu sitzen und der Zeit beim Vergehen zu zusehen. Das macht aber nur Spaß, wenn man nicht unbegrenzt Zeit hat.

90. Ich kann es nicht leiden, wenn auf Kleidungsstücken, die ich kaufe, sichtbar der Name des Herstelllers angebracht ist.

91. Das hindert mich gar nicht daran, viel Geld für Kleidung oder Schuhe auszugeben, wenn ich es mir gerade eben so leisten kann. (Oder auch, wenn ich es mir nicht leisten kann.)

92. Kampfsport macht mir viel Spaß, aber ich habe es bisher nicht geschafft, mich in einem Verein anzumelden. (Das hängt auch damit zusammen, das mich Vereine als solche abschrecken.)

93. Ich gehe gerne frühstücken, aber nicht Sonntags, wenn die Cafés völlig mit Frühstückern überfüllt sind.

94. Ich mag keine Brunchs, weil ich mich unter Druck gesetzt fühle, alles zu probieren. Und nachher ist mir schlecht vom vielen Essen. Ich will meinen Teller für mich. Ich bin nämlich manchmal futterneidisch. Hehe.

95. Ich habe eine Tätowierung, die leider schon etwas verblasst und insgesamt nicht sehr gut gestochen ist. Ich dummes junges Ding hab mir einen Student gesucht, keinen Meister ;)

96. Wer in obigem Punkt enthaltenes Zitat eines meiner Lieblingsmusiker/-gruppe
.. erkennt, bekommt einen Preis.

97. Ich liebe Bücher ganz besonders, wenn sie eine surreale, unwirkliche Ebene enthalten, die plötzlich in den uns bekannten Alltag einbricht. Wie bei Murakami.

98. Ich liebe jede Art von Kunst, die dieses Element enthält.

99. Träumen ist mir sehr wichtig. Nachts und Tags.

Hab ich übrigens von Kathrin, die ihr Blog aus (den Grund wollte sie hier nicht sehen) XXXgründen (hoffentlich!) vorübergehend abgeschaltet hat.

19. November 2007

18. November 2007

Nerds in Love





:)))

13. November 2007

Elfen Content II

Ha. Da schreib ich mal was über Elfen, und prompt lassen sie einen gar nicht mehr in Ruhe, die kleinen Racker. Ich habe einen totaaal tollen Link gefunden (read: empfohlen bekommen), wo man seinen Namen eingeben kann, und dann wird da ein Elfenname draus konstruiert. Das ist natürlich beinahe noch kindischer (weil, eventuell gar nicht für Kinder, sondern für kindische Erwachsene wie mich ausgedacht), als das Tool unten mit den Zootieren. Das ja vermutlich tatsächlich für Kinder entwickelt worden ist. Hier also nun mein Elfenname, auf englisch allerdings:

Your fairy is called Water Elffilter
She is a cheerful sprite.
She lives near bubbling brooks where Lords and Ladies and Cuckoo's Pint grow.
She is only seen on midsummer's eve.
She wears deep blue dresses. She has delicate green wings like a cicada.



Was mich auch gleich zu meiner nächsten Überlegung führt, dass es ja vielleicht nett und lustig wäre, hin und wieder einen englischsprachigen Eintrag zu posten. Nein, mein Englisch ist nicht outstanding oder irgendwas vergleichbares. Mein Englisch ist crappy. Aber ich bin sooo stolz, dass sich (siehe die schicke Weltkarte rechts) offenbar in den U,S and A (um mit Borat zu sprechen) einige nette Menschen gefunden haben, die regelmäßig mein Blog lesen. Und ich dachte, vielleicht haben die (und alle anderen Leser ebenfalls) vermehrt Spaß, wenn sie sich gelegentlich über mein crappy english amüsieren können. Abgesehen davon, dass ich natürlich opportun, geltungssüchtig und überaus durchtrieben bin und daher beabsichtige, zu versuchen, höhere User-Zahlen in diesem Neukölln-an-der-Straßenecke-Blog zu generieren. Weil ich nämlich finde, dass es einfach eine Sauerei ist, wie wenig Leute in der Welt deutsch sprechen und wie viele englisch. Und weil es einfach unfassbar ist, was andere Blogs (allein schon deutsche) an Seitenaufrufen haben. Ganz zu schweigen von englischsprachigen Blogs. 1792 Kommentare . Haaaallooo?!
Also, ich will mich auch gar nicht beschweren, da steigt auch der Erfolgsdruck gleich so und man kann gar nicht mehr so gemütlich vor sich hin pusseln sondern muß sogar noch Sachen schreiben, die überprüfbar oder/und literarisch anspruchvoll sind, und das muß ja nun auch nicht sein. Hehe.
Außerdem müßte ich dann wohl noch an meinem Vokabular arbeiten, ich hab nämlich nicht alles begriffen, was oben in dieser Elfen-Charakterisierung steht.(Brooks?!) Und Elfisch oder Elbisch oder wie man das korrekt (und Potter-ish bzw. HdR-ish) nennt, ist das ja schon mal nicht. Naja, ein bisschen Rätselhaftigkeit ist ja auch mal ganz nett.

10. November 2007

Eigenartig

Ich war heute nachmittag in einer großen Berliner Buchhandlung, die Berliner werden sich wahrscheinlich vorstellen können, welche. Dort bin ich so herumgestrolcht und habe mir angesehen, was es an Neuerscheinungen gibt. Ich stieß zum Beispiel auf das neueste Machwerk von Wladimir Kaminer, den ich sehr gerne lese. Während ich mir voller Begeisterung umgehend die ersten beiden Kapitel einverleibt habe, mußte ich so laut kichern, dass sich andere neugierige Kunden sofort genähert haben und auch gleich neidisch wurden, weil sie selber in das Buch reingucken wollten, das sie ohne mein Gegacker gar nicht bemerkt hätten.
Nun, das nur nebenbei.

Beim Weiterschlendern stieß ich auf ein Buch von einem jungen Autoren über die Camorra. Das interessierte mich auch, und ich sah mir Titel und Klappentext näher an. Da ich mir ziemlich sicher war, auch schon eine Rezension dazu gelesen zu haben, wunderte ich mich, dass mir entgangen sein mußte, dass der Autor aus Nepal kommt. Das stand nämlich im Untertitel. Ich stand da so und sann vor mich hin, wie ein Nepalese wohl die Europäer und die Mafia sehen mag, als sich langsam in meinem Hirn die Frage breit machte, wo die Camorra eigentlich noch gleich angesiedelt war.

Sizilien, dachte ich. Bestimmt, da haben sich doch so viele schreckliche Familiendramen abgespielt. Irgendwie kam mir das aber komisch vor. Ich las nochmals den Titel, den Untertitel. Und gaaanz, gaaanz langsam dachte ich bei mir:
"Hm. Da steht gar nicht Nepal."
"Da steht Neapel. Klingt auch gleich viel logischer."

Ohje. Wo soll das noch hinführen? Im Alter von erst 33 Jahren?

Das wird eventuell eine neue Rubrik werden, hier, am Kuchentresen. Frau Felis gesammelte Verleser. Das hab ich nämlich ganz oft, ich lauf so durch die Stadt, durch mein Leben, und lese irgendein Schild. Und da steht was drauf, was mir überhaupt nicht einleuchten will. Oder was ich gleich lustig finde. Aber meistens dauert es ein bisschen, und ich wundere mich so vor mich hin, und irgendwann dämmert mir, dass ich völligen Unsinn in den Schriftzug hineingelesen habe und dass das da gar nicht steht. Und auch gar nicht besonders skurril oder lustig ist. Was skurril ist, ist mein Hirn, dass mir irgendwelche Dinge eingibt, die mich glauben machen, ich wäre in einem Roman von Murakami und müßte mich plötzlich mit grünen Monstern auseinandersetzen, die in meiner Küche sitzen und fragen, ob sie bitte einen Kaffee mit wenig Milch haben könnten.
Puh. Manchmal finde ich mein Hirn ein bisschen anstrengend. Aber wenigstens hab ich meinen Spaß.

5. November 2007

Kennen Sie Elfen persönlich?

Ich bin ein großer Fan von Island.

Weil es dort eine außergewöhnliche Landschaft gibt, fertig gefüllte Badewannen in freier Natur (naja, Geysire und - wie ich soeben gelesen habe - tatsächlich massenhaft Thermalbäder unter freiem Himmel!) (Ha!), tolle Musiker (Björk), tolle Schriftsteller (Halldór Laxness) (z.B.) und tolles Essen (Fisch in rauhen Mengen). Wenn man sich dann mal die sauer eingelegten Schafhoden wegdenkt.

Bezogen auf die Einwohnerzahl von Island müssen verhältnismäßig viele Isländer Künstler sein, denn die Leute da treten sich ja nun nicht gerade gegenseitig auf die Füsse. Sie haben 2006 die 300.000er Grenze überschritten. Da hat ja Schleswig-Holstein mehr Einwohner.

Anthropologen und Biologen schreien Hurra wenn sie Island hören, weil die Isländer über Jahrhunderte nur untereinander geheiratet haben, und ihre Gene daher eine so ursprüngliche Struktur besitzen, dass man an ihnen gut die Entwicklung von Erbkrankheiten usw. untersuchen kann. Und Pferdezüchter schreien auch Hurra, aus dem gleichen Grund, aber auf Island-Pferde bezogen. Leider ist es auch entsetzlich teuer und sehr weit weg, (was es ja noch reizvoller macht) weshalb ich noch nicht da war. Und insgesamt gelten die Isländer als sehr nett und ein bisschen verschroben. So viel ich weiß.

Und es gibt Elfen.

Was wohl ein Grund ist, weshalb man die Isländer allgemein für sehr nett und ein bisschen veschroben hält. Ich finde es, im Sinne der Verschrobenheit, sehr liebenswert, dass die isländische Regierung eine Beauftragte ernannt hat, die allein für Elfen zuständig ist. Obwohl das schon wirklich ziemlich verschroben ist. Die Isländer verstehen auf dem Gebiet wohl auch gar nicht so viel Spaß und nehmen das mit den Elfen also eher ernst. Ich habe vor einigen Monaten (Die Zeit, Stimmt's? von Christoph Dröscher. Datum leider momentan verschollen) einen Artikel gelesen, wo es geheißen hat, bestimmte Straßen, die durch Gebiet führen, das traditionell dafür bekannt ist, den Elfen zu gehören, können erst gebaut werden, wenn man entsprechend mit den Elfen verhandelt hat. Ich bekomme dann gleich Assoziationen an den skandinavischen Weihnachtsnisse, dem man ein Schälchen Milch hinstellt, damit er auch im nächsten Jahr das Haus bewacht und Geschenke für die Kinder bringt. *Hust*. Ob das bei Elfen so ähnlich geht?
Tomte, so sein Name in Schweden und Finnland, ist übrigens eine weitere wunderbare Kindheitserinnerung, die noch in meinem Hinterkopf schlummert.

Auf jeden Fall gibt es hier ein Foto, wo man ein Modell einer Sandkiste für Elfenkinder bewundern kann. (!!) Natürlich ist das keine echte Elfensandkiste, denn die sind ja unsichtbar. Ausserdem gibt es zu noch weiteren Fotos aus Island aktuelle Geschichten und Informationen über Island, sehr nett anzusehen.

UND: Der Wikipedia-Eintrag zu Elfen behauptet, die Geschichte mit der Elfenbeauftragten wäre ausgedacht und von einem Deutschen (!) aufgebracht worden! Ts. (Da seh ich gar nicht ein! Da glaub ich jetzt einfach nicht dran. Phhh.)

Kurios ist vor allem daran, dass die Fotostrecke in der "Zeit" genau jene Elfenbeauftragte Erla Stefánsdóttir nennt als Urheberin der Beschreibung dieser Elfenkindersandkiste. Und der Autor schreibt, er hätte sich mit ihr unterhalten. Tsts. Dann müßte die Beauftragte ja mindestens den Autoren angelogen haben. Oder der Autor ist völlig in der isländischen Mythologie aufgegangen. Oder, was ich ja ehrlich gesagt vermute, die Isländer fanden die Idee so gut, dass sie umgehend eine Beauftragte ernannt haben. Der Einfachheit halber gleich die, die auch in dem ursprünglichen Artikel von 1995 genannt wurde. Oder die Wikipedia hat Unrecht. Bäh.

3. November 2007

Bin ich ein Spielkind ?



Die wunderbare K. hat mir ein Link zum New Yorker Zoo ans Herz gelegt. Übrigens zu der Filiale (?! Wie nennt man das bei Zoos?) in der Bronx, also sozusagen das Neukölln von New York. Ich fühle mich schon rein emotional sehr verbunden. Obwohl ich normalerweise eigentlich eher zu sagen pflege, dass Neukölln die Bronx von Berlin ist. Bronx klingt irgendwie cooler.
Na, und die haben auf ihrer Website ein tolles Spielzeug installiert "Build your wild self"...(oha!)
und da kann man sich selber als Zootier nachbauen. Superspaßig, genau mein Ding um ein bisschen den Nachmittag zu verdallern. Und ich wollte schon immer "red river hog ears" haben, mit "long white tassels", die "fluff out as a defense mechanism to make you look bigger and intimidate 
predators". Sehr praktisch. Unterstützen die Selbstverteidigung und sehen doch knuffig und fluffig aus. So was braucht man in Berlin. Und ich habe ja eine große Schwäche für Dinge, seien 
es Kunstwerke oder Websites oder beides, wo man interaktiv dran herumbasteln kann und dann
kommt irgendwas lustiges bei raus. Toll.  

Jetzt muß ich mich nur an den Gedanken gewöhnen, ohne diese schicken Zebra-Beine rumlaufen zu müssen.