23. April 2013

Der typische Internet-Kommentator


  1. Wer kommentiert?
  2. Warum wird kommentiert?
  3. Wie wird kommentiert?
  4. Wer liest die Kommentare?
  5. Wie sind die Folgen für das Internet als sozialem Raum? Inwieweit wird das Image des Internets beeinflusst?

1. Was für Internet-Nutzertypen gibt es? (Allgemein, nicht über Kommentatoren konkret)
(via Bianca Oertel, Facebook)
http://www.initiatived21.de/presseinformationen/pressemitteilung-studie-digitale-gesellschaft-zeigt-sechs-neue-nutzertypen-im-vergleich-289-prozent-zahlen-zu-den-ausenstehenden-skeptikern

Politische Ausrichtung von Internet-Kommentatoren (via Bildblog):
http://www.edito.ch/de/2013/04/15/wie-ticken-onlinekommetierer-politisch/

Über Nutzerkommentare/ Trolle
http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung-im-internet-vom-elend-der-nutzerkommentare-1.1147168

Interview zu Trollen im Internet: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/555486 , der befragte Autor hat seine Diplomarbeit zur "Trollkultur" geschrieben. ( http://wwwwwwwww.at/trolls/ )
Er grenzt trollen und mobben ab, trollen kann auch positiv sein...? Positives Trollen hab ich bisher selten erlebt. Das Interview überzeugt mich schon mal nicht so.

Meine These soweit: Trollen würgt Diskussionen ab bzw. verhindert sie, und das ist auch Ziel des Trollens.
Meine 2. These: Die meisten User kommentieren im Internet, um sich selbst darzustellen, aus Eitelkeit.

Noch ein Text über Trolle: http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2012/06/25/das-kleine-trollhandbuch-2/

gib dem Affen Zucker:
http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/index.php/5046/die-denunzianten-app-der-stadt/

Artikel über Kommentatoren, basierend auf einer Studie (?) der Zeit, auch als Vortrag bei der Republica 2012:
http://www.onlinejournalismus.de/2012/05/10/studie-zu-user-kommentaren-poebler-bemuhte-musterschuler/
Die Slide-Show beschreibt die gleichen User-Typen wie auf Christophs Poster in der Redaktion.
Interview zum Artikel: http://www.drehscheibe.org/interview-mit-sebastian-horn.html
Allerdings denke ich, dass es auch unter den anderen drei User-Typen Trolle gibt, anders als die Autoren der Studie.
Hier einige Postings, die unter dem Artikel stehen :)

Kommentar von kein | 23.03.2013
Zeit Online ist die schlimmste Zensurzeitung die im Deutschsprachigem Raum existiert! Bei einigen Themen werden gegenteilige Meinungen zu einem Artikel absolut nicht geduldet und da wird de Kommentar gleich gelöscht oder der Acc gleich mit.
Kommentar von orientierung202 | 10.03.2013
Hat eigentlich jemand Erfahrungen damit, wie es nach einer Sperrung mit dem Datenschutz weitergeht?
Faktisch ist es ja so, dass die ZEIT einem ohne Vorwarnung den Zugriff auf die bisherigen eigenen Kommentare entzieht und keiner weiß, was die künftig damit machen werden.
Damit ist eigentlich nach BDSG ein Anspruch auf Auskunft und Löschung verbunden. Weiß hier keiner was??
Kommentar von orientierung202 | 10.03.2013
Darf ich dem “Club” beitreten?
Mein Account ist Mitte Februar 2013 kommentarlos gesperrt worden. Auf meine Rückfrage, weswegen, habe ich einen Monat später die folgende Auskunft erhalten:
“Leider fielen Sie der Moderation wiederholt durch unangemessene Vergleiche mit der Judenverfolgung, Arbeitslagern u.ä. negativ auf. Darum wurde Ihr Zugang zum Kommentarbereich gesperrt. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unsere Netiquette durchgängig eingehalten wird.
Ein Fall auf den das zutraf war, dass ich bei der Diskussion um die pol. Korrektheit des N-Worts in Büchern darauf verwiesen habe, dass wir ja bereits Zeiten hatten, in denen unliebsame Autoren verbrannt wurden.
Eine angemessene Reaktion auf so einen Beitrag ist entweder ein Widerspruch von anderen Lesern oder der Moderation, die in einem eigenen Beitrag drauf hinweisen kann, dass sie den Vergleich unangemessen findet und warum. So könnte sich jeder eine eigene Meinung bilden. Das scheint aber nicht das Ziel zu sein, sondern der Zusammenhalt einer harmonisch-konformen Gemeinde, die nix “Böses” erfährt.
Dass die Zeit den Humor besitzt, nun genau diese Logik (nicht Sperrung der Meinung, sondern Sperrung meiner Person!) auf meinen Zugang anzuwenden, das ist Chuzpe.
Es ist wie in diesem genialen Werk von C.G. Wells “Die Zeitmaschine”: die Eloi leben friedlich auf Erden. Ab und zu verschwindet einer, was keinen weiter kümmert.



2.

Man könnte Kommentatoren vielleicht zunächst ganz simpel danach einteilen:

Will der Nutzer diskutieren oder nicht?

neutral:

  • Meinungsäusserung (Man gibt einen Standpunkt zum Artikel ab, von dem man denkt, dass er den Artikel ergänzt oder in Opposition zu ihm steht und daher eine Diskussion anregt.)
  • den Artikel positiv oder negativ beurteilen, aber ohne die eigene Meinung zu konkretisieren ("Hat mir gut gefallen" ; "Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen")
trollen:
  • persönlicher Austausch mit den anderen Nutzern (der Artikel steht im Hintergrund bzw. ist völlig gleichgültig, der Kommentator versucht, eine Art privaten Chat zu beginnen -> Off Topic)
  • Besserwisserei (Man glaubt, einen Wissensvorsprung gegenüber dem Autor/den anderen Nutzern zu haben und tut dies meist in eher herablassender Weise kund.) Zum Teil auch off topic, zum Beispiel bei Hinweisen auf Rechtschreibfehler von anderen u.ä.
  • Wahlwerbung (artikelunabhängig), meist in Form von einzelnen Sätzen mit der Aufforderung, die betreffende Partei zu wählen. Oder: Die Diskussion immer wieder darauf bringen, wie die Partei mit dem Artikelthema umgeht und aggressives Verteidigen der Partei gegenüber anderen Nutzern
  • Polit-Trollen: vehementes (artikelunabhängiges) Vorbringen einer bestimmten politischen Einstellung, die oft extrem ist: Der Versuch, die Diskussion dementsprechend zu beeinflussen, Angriffe auf andere Nutzer, besonders bei Widerspruch oder vermeintlichem Widerspruch
  • Pöbeln: Wahllose Angriffe auf den Autor und andere Nutzer, meist mit wüsten Beschimpfungen, Vermutungen über deren Privatleben und Versuche, den Nutzern Behauptungen in den Mund zu legen
  • Verschwörungstheoretiker: (artikelunabhängig) Der Nutzer interpretiert den Artikel als Teil einer Verschwörung, die er oft mit Verweisen auf andere Artikel, Filme etc. mit Verschwörungstheorien verweist. Mit pseudowissenschaftlichen Argumenten will er nachweisen, dass alles einem übergeordneten Plan unterworfen ist und er einer der Auserwählten ist, die davon wissen. 
  • Spammer: Nutzer, die entweder 1. versuchen, Links zu der eigenen Website zu posten (oft artikelunabhängig, oder wenn mit Bezug, dann oberflächlich maskiert) oder 2. wahl- und sinnloses Posten von einzelnen Worten oder inhaltlich eher wirren Texten.


Hmm. Wer entscheidet, was ein guter Zweck ist? Wann ist trollen gerechtfertigt?
http://jetzt.sueddeutsche.de/momente/anzeigen/11088



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